Antworten auf häufige Fragen bzgl. Covid19-FAQ

 

 

1.   Kann ich mich bei Ihnen in der Praxis auf das neuartige Coronavirus testen lassen?

 

Nein, derzeit ist aufgrund mangelnder Schutzausrüstung keine Testung möglich, sollte die Testung indiziert sein wenden Sie sich an die 116 117 oder an des Gesundheitsamt Bayreuth 0921-728-700. Beachten Sie dabei auch die nächste Frage.

 

 

2.   Woher weiß ich ob bei mir ein Test gemacht werden sollte?Für die Indikation zur Testung liegt mittlerweile ein Flußschema des RKI vor. Ein Test sollte demnach bei Personen durchgeführt werden, die

 

·      grippeähnliche Symptome wie Husten und Fieber aufweisen UND sich in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet (abrufbar beim Robert-Koch-Institut unter www.rki.de) aufgehalten haben
ODER

 

·      grippeähnliche Symptome wie Husten und Fieber haben UND in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einem bestätigten Coronavirus-Fall hatten. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Massnahmen_Verdachtsfall_Infografik_DINA3.pdf?__blob=publicationFile

 

3.   Wer legt fest wer getestet wird und wer nicht?

 

Dies liegt im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamt Bayreuths bzw. der Einschätzung des behandelnden Arztes. Leider liegen mir keine schriftlichen Informationen des Gesundheitsamtes Bayreuth vor, so dass ich die Empfehlungen des RKI bzw. die Leitlinie der deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin als Grundlage für meine Entscheidungen hernehmen muss. Leider ist dadurch auch nicht ganz klar welche Strategie das lokale Gesundheitsamt derzeit verfolgt, eine höhere Testrate auch von banalen Infekten könnte zu einer besseren Einschätzung der gegenwärtigen Situation und einer schnelleren Isolation der Kontaktpersonen führen. Laut meinem Labor (Labor Staber) sind die Kapazitäten jedoch nahezu erreicht, so dass derzeit v.a. bei kritischen Verläufen bzw. Fälle mit schwerwiegender Konsequenz (Infektion bei Personen im Gesundheitswesen) getestet werden soll. Manche Landkreise haben auch die Qualität des Kontaktes zu der positiven Person, also wie nahe kam man sich, wie lange wurde gesprochen, usw. als Grundlage für die Entscheidung ob getestet werden sollte festgelegt. Wie unser Gesundheitsamt dies handhabt ist mir nicht bekannt.

 

 

 

Die Grundsätzliche Problematik ist, dass bei langer Verzögerung bei der Testung (derzeit bis zu 7 Tage von Anzeige bis Ergebnis) die Kontaktpersonen bereits die Infektion weitergegeben haben könnten. Deshalb sollte aus meiner Sicht jeder mit Zeichen einer Atemwegsinfektion derzeit davon ausgegangen werden, dass eine Covid-19 Infektion besteht.

 

 

 

 

 

4.   Wie soll ich mich Verhalten, wenn ich einen Atemwegsinfekt habe und Kontakt zu einem bestätigten Fall hatte?

 

Wenn nur leichte Symptome vorhanden sind, sollten die Betroffenen sich selbst isolieren, d.h. zuhause bleiben, alle engen Kontakte unter zwei Metern meiden, eine gute Händehygiene und Husten- und Niesregeln einhalten. Sollten die Beschwerden zunehmen, sollte zunächst nochmals versucht werden, die bundesweite Rufnummer des Kassenärztlichen Notdienstes in Deutschland 116117 anzurufen. In Notfällen (z.B. Atemnot) wenden Sie sich an den Notruf 112 oder eine Rettungsstelle.

 

 

 

5.   Kann ich auch ohne persönlichen Kontakt eine Arbeitsunfähigkeit erhalten?

 

Die KV hat die Möglichkeit eingeführt für 7 Tage ohne persönlichen Kontakt – jedoch nur bei entsprechenden Atemwegsbeschwerden – eine AU auszustellen. Eine AU aus Angst vor Infektionen oder bei Risikopersonen ist grundsätzlich nicht möglich, sprechen Sie in diesem Fall mit Ihrem Arbeitgeber wegen einer Freistellung.

 

 

 

6.   Warum kann ich mit meinen Atemwegsinfekt nicht mehr jederzeit in die Praxis kommen?

 

Wie ich oben beschrieben habe kommt es derzeit zu einer erheblichen Verzögerung im Testablauf. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Dunkelziffer auch in unserer Gegend um ein Vielfaches höher ist als die veröffentlichen Zahlen. Daher ist davon auszugehen dass auch schon viele Menschen unwissentlich mit dem Sars-Cov-2 Virus infiziert sind. Um eine Weiterverbreitung in der Praxis oder eine Ansteckung des Praxispersonals zu verhindern (was zu einer großen Weiterverbreitung des Virus führen könnte) ist es wichtig das Risiko soweit es geht zu minimieren. Bitte bleiben Sie mit leichten Atemwegsinfekten zu Hause und behandeln Sie diese symptomatisch

 

 

 

7.   Meine Beschwerden nehmen zu – ich brauche ärztliche Hilfe – was nun?

 

Bei einem Verdachtsfall auf Covid19 sollte die Behandlung über das Gesundheitsamt koordiniert werden, bei kritischer Verschlechterung rufen Sie die 112 und teilen unbedingt den Verdacht auf diese Infektion mit. Alle anderen Patienten (also nicht im Risikogebiet gewesen und kein Kontakt zu bestätigtem Fall) können sich telefonisch zur Infektsprechstunde Montag ab 11 Uhr anmelden. Sie bekommen einen genauen Termin, der eingehalten werden muss, Sie werden einzeln in die Praxis geholt! Dies allerdings nur nach telefonischer Voranmeldung. Nutzen Sie alternativ auch die Möglichkeit der Videosprechstunde, auch hier kann man sich einen guten Überblick verschaffen.

 

 

 

8.   Die Telefon ist dauernd besetzt, ist die Praxis überhaupt offen?

 

Leider haben wir nur eine Leitung, wenn jemand spricht ist besetzt. Wir sind täglich von 8-12 erreichbar. Bitte haben Sie Geduld. Nutzen Sie auch die Möglichkeit von E-Mails oder die Videosprechstunde.

 

 

 

9.   Ist das nicht völlig übertrieben, jedes Jahr sterben bis 20000 Menschen in Deutschland an der Grippe, was ist jetzt anders?

Das Problem sieht man nun in Ländern wie Italien und Spanien. Da wir keinerlei Immunität gegen das neuartige Cornavirus haben (anders wie bei der Grippe gegen die eine Herdenimmunität auch dank Impfung besteht) werden einfach sehr viele Menschen gleichzeitig krank. Das Wachstum der Infektionsrate ist exponentiell (wenn nicht gegengesteuert wird), die Zahlen der Infizierten verdoppeln sich. Von 100 auf 200 ist das noch kein Problem, wohl aber von 100.000 auf 200.000. Bei im Schnitt 5-10% schweren Verläufen ist die schiere Masse das Problem. Noch sieht es bei uns noch nicht so dramatisch aus, da wir am Anfang der Pandemie stehen – schwere Komplikationen und auch Todesfälle treten in der Regel erst nach Tagen bis Wochen auf – dies wird sich in mit der Zeit steigenden Todesraten zeigen.  Auch sind derzeit in Deutschland v.a. junge Menschen infiziert mit einer niedrigeren Komplikationsrate. Kommt es jedoch zu einem weiteren Anstieg werden unsere Behandlungskapazitäten nicht ausreichen. Helfen Sie also mit diese außergewöhnliche Situation in den Griff zu bekommen. Mehr Antworten auf Ihre Fragen erhalten Sie hier: https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/